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Sauberer Kaffee – oder wie alles anfing

Die Bewegung des fairen Handels in der Schweiz geht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Bereits damals importierte die Handelsgesellschaft der Basler Mission «Kolonialwaren» aus ihren Projekten im globalen Süden in die Schweiz. Die ersten eigentlichen Fairhandels-Initiativen entstanden dann in den 1950er Jahren in England und in den 1960ern in den Niederlanden. In der Schweiz leisteten in den 1970er Jahren insbesondere die damalige Importgesellschaft «Organisation Schweiz-Dritte Welt», kurz OS3 (die heutige claro fair trade AG), aber auch die Hilfswerke, die Vereinigung der Dritt-Welt-Läden / Magasins du Monde sowie die «Bananenfrauen» (aus welchen später die gebana AG bzw. der Verein Terrafair hervorging) Pionierarbeit in Sachen fairer Handel. Heute ist die Bewegung des fairen Handels im Dachverband Swiss Fair Trade organisiert.

 

Übertragung des niederländischen Erfolgsmodells auf die Schweiz

Die Gründung der Max Havelaar-Stiftung hatte zum Ziel, dass der faire Handel aus der Nische tritt und sich auch bei den Grossverteilern, Markenartikeln und im Gastronomiekanal durchsetzt. Dabei ging es zu Beginn in erster Linie um Kaffee. Hintergrund dazu war die Auflösung des internationalen Kaffeeabkommens und der darauf folgende Zerfall der Weltmarktpreise Ende der 1980er Jahre. Als Folge davon reichte die Solothurner Ständerätin Rosemarie Simmen-Messmer eine Motion im Parlament ein, nach welcher die Schweiz eine Entwicklungsabgabe auf Kaffee erheben solle. Daraus entstand die Kampagne «wieviel Kaffee eine Lokomotive kostet», welche zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft der Hilfswerke (die heutige Alliance Sud) erarbeitet wurde. Es blieb aber nicht bei einer Kampagne - im April 1991 formierten die sechs grossen Schweizer Hilfswerke (Swissaid, Fastenopfer, Brot für Alle, Helvetas, Caritas und HEKS) zusammen mit OS3 und der Vereinigung der 3.-Welt-Läden / Magasins du Monde die Arbeitsgruppe «sauberer Kaffee». Ziel dieser Arbeitsgruppe war es, in der Schweiz ein Label für fair gehandelten, «sauberen» Kaffee einzuführen. Als Vorbild dazu diente die niederländische Max Havelaar-Stiftung, wobei dieses Erfolgsmodell in einer Machbarkeitsstudie auf die Schweiz übertragen wurde.  

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